Bücher - unsere Führer
durch die
Zeit
Nichts ist aufregender als unsere
Geschichte - und nichts bringt uns dieser Geschichte näher als die
Literatur, ein kunstvolles Spiel mit dem, was war, oder was gewesen sein
könnte. Stöbern Sie hier in den Abteilungen der Realedition-Bücherstube
mit ihren Buchvorstellungen und Rezensionen...
Editorial
- Die jüngsten Rezensionen
Graue
Schlaglichter auf den Kalten Krieg
Während
eines "Friedenskonzerts" amerikanischer und
sowjetischer Schüler 1965 im UNO-Gebäude in New York wird
auf der Straße ein schwarzer US-Sänger erschossen, stirbt
kurz darauf in einem New Yorker Polizeirevier die russische
Lehrerin, die ihre Schüler in die USA begleitete. Nun macht
sich ihr Mann, eine ehemaliger KGB-Agent, auf die Suche nach
ihrem Mörder, in einer Welt des Kalten Krieges, in einer
Welt, in der Stalinismus und der Antikommunismus eines
McCarthy nich immer Nachwirken. Leseempfehlung: Tom Rob
Smith, Agent 6. Die
Rezension
im Webmasterblog
Die
Guten in den Geschichtsbüchern sind nicht zwangsläufig
auch die wirklich Guten im realen Alltag der Geschichte. In
Bernhard Cornwells "Das Fort" stehen sich
jedenfalls nicht die typisch arroganten britischen Offiziere
aus dem Adel und die als Freiheitskämpfer streitenden
amerikanischen Siedler gegenüber - sondern Berufssoldaten,
auf ihr Image bedachte Politiker, nach Beute gierende
Piraten, zum Wehrdienst gepresste, furchtsame Milizionäre,
und was man sonst noch an Charakteren auf den
Schlachtfeldern findet, nicht nur den Schlachtfeldern des
amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Rezension
im Webmasterblog
TV-Krimi-Autoren
- die besseren Schreiber von historischen Romanen
Bei
allen, mitunter die Handlung störenden Action-Szenen, bei
allem Zwang zur "Massentauglichkeit": Autoren von
TV-Krimis beherrschen zumindest die Grundregeln des
Handwerks, liefern so, wie hier Holger Karsten Schmidtmit seinem “Isenhart" die besseren
Historien-Krimis ab als jene Autoren, die ihrer mystischen
Fantasie freien Lauf lassen. Rezension
im Webmasterblog.
Neocons,
Linksradikale, Visionen - Fischers rot-grüne Jahre
In
den ersten Absätzen dröge, oberlehrerhaft,
besserwisserisch, eine typische Politiker-Biographie: Wer
diese Antipathie, die sich da erst einmal aufbaut,
überwindet, findet in Joschka Fischers Bilanz über den
"Irakkrieg und die rotgrünen Jahre" spannende
Aussagen über gebrochene Biographien einstiger
Linksradikaler, die sich inhaltlich zwar zu Neokonservativen
wandeln, dennoch an alten bolschewistischen Prinzipien
festhalten - und die Biographien anderer einstiger
Linksradikaler, die ihre besseren Visionen von einst mit der
Realität in Einklang brachten. Rezension
im Webmasterblog.
Päpste,
Künstler, Intriganten - die Geschichte des Petersdoms
Ein
Roman, der in der Zeit der Renaissance spielt, kann
vielleicht auch gar nichts anderes sein als ein
actiongeladener Kriminalroman. Ob das, was Sebastian Fleming
in seinem "Die Kuppel des Himmels" da an
Geschichten rund um den Bau des Petersdomes erzählt, ist
beinahe unerheblich. Das Bild, das er von dieser Zeit malt,
von Päpsten, Künstlern Intriganten und auch Mördern, ist
so stimmig, dass es eben auch ein "realistischer
Historien-Krimi" ist. Die Rezension
im Webmasterblog.
Ein
Buchtitel "Invasion der Barbaren" für ein Werk,
dass die Geschichte der "Völkerwanderung" mit den
Mitteln der "modernen Migrationsforschung"
erklären will, das klingt irgendwie nach der Bestätigung
Sarrazinscher Thesen - nach dem "historischen
Beweis", dass dem "christlichen Abendland"
die Übernahme durch Türken, Moslems, Schwarzafrikaner
bevorsteht. Genau das ist das Buch von Peter Heather nicht -
sondern eine Erinnerung an die "barbarischen"
Wurzeln des " Abendlandes", ein Werk über eine
zentrale Konstante der Geschichte, über die Wanderung von
Menschen auf der Suche nach Glück und Wohlstand. Die Rezension
im Webmasterblog.