Eine fast perfekt
durchterminiere Anreise: Gegen 6.15 Uhr Ortszeit landen wir in
Bangkok, haben unseren Weiterflug dann bereits im 8 Uhr. Etwas
paradox: Obwohl wir gerade aus de, Flieger kommen, den
Transitbereich überhaupt nicht verlassen, befindet sich hinter
der Passkontrolle eine weitere Sicherheitskotrolle.
Wie auch immer: Das
kostet kaum Zeit – und da wir unser Gepäck bereits in Berlin
bis nach Krabi haben durchchecken lassen, müssen wir uns nun auch
nicht sonderlich beeilen. Die Maschine nach Krabi ist ebenfalls zíemlich
groß, vor allem sehr geräumig, mit viel Beinfreiheit zwischen
den Sitzplätzen. Selbst auf den Kurzstrecken setzt die Thai
Airways komfortablere Maschinen ein als manche europäische
Fluggesellschaft. Der Flug nach Krabi dauert auch kaum mehr als
eine Stunde, aber trotzdem werden Getränke und ein kleiner Snack
serviert.
Wir landen pünktlich
kurz nach 9 Uhr auf dem Flughafen von Krabi,
der wohl gerade um ein zweites Terminal erweitert wird. Dabei würde
zumindest nach dem Flugaufkommen an diesem Montag Vormittag ein
ohnehin schon recht großer Terminal scheinbar vollkommen
ausreichen.
Wir werden von
einem Wagen der örtlichen Agentur „Krabi-Spesialisten, einer
thailändisch-skandinavischen Firma, abgeholt und fahren durch die
Stadt Krabi zur Station für die Autofähren. Über eine Stunde
dauert diese Fahrt,
wobei nur ein sehr kurzer Abschnitt durch die Stadt selbst führt.
Außer einer großen Markthalle sieht man in Krabi aber auch kaum
etwas, was länger im Gedächtnis bleibt.
Auf dem Land kommen
wir an einigen Fischzuchtstationen vorbei – und in einigen der Dörfer
sieht man neben den bescheidenen Steinhäuschen auch noch einfache
Basthütten.
Die Fährstation
liegt verhältnismäßig weit weg von Krabi, an einem Ort mit
mehreren vorgelagerten Inseln, von denen wir die nächstgelegene
als erstes Etappenziel ansteuern. Zwei Fähren verkehren zwischen
der Festlandstation und dieser Insel, nicht unbedingt nach einem
festen Fahrplan, sondern ganz nach Bedarf. Ist die Fähre voll,
legt sie auch ab – wobei sie nicht lange warten muss, ehe genügend
Wagen für die Überfahrt beisammen sind.
Die erste Insel
unserer Passage auf der schon altersschwachen Fähre ist nach
wenigen Minuten erreicht: Bei der Fahrstation, an der sich schon
wieder eine lange Autoschlange gebildet hat, liegt ein kleines
unscheinbares Dorf, einige englischsprachige Hinweisschilder heißen
den Fremden auf Lanta willkommen. Wir fahren also mit dem Wagen
ein kurzes Stück über Lanta Noi, den „untouristischen“ Teil
von Koh Lanta, zur nächsten Fährstation, setzen von dort dann über
nach Saladan, die neue „Hauptstadt“ von Koh Lanta Yai.
Gegen 11.30 Uhr
haben wir unser Ziel erreicht, das „Southern Lanta Resort“ am
Khlong Dao Beach, eine weitläufige Anlage aus relativ einfachen,
aber ausreichenden Bungalows, eine Anlage mit viel Grün und
direkter Strandlage.
Der Ort dazu heißt
– jedenfalls laut Karte – Loh Baa Raa Village, ein Name, der
allerdings so gut wie nie benutzt wird. Das Örtchen scheint auch
aus nicht viel mehr als den wenigen Häusern entlang der Küstenstraße
zu bestehen, wobei die meisten dieser Häuser unmittelbar mit dem
Tourismus zu tun haben – als Restaurants und kleine Boutiquen.
Es gibt aber auch eine größere Moschee mit grünen Minaretten,
gegenüber der Moschee ein islamisches Restaurant. Koh Lanta ist
eine islamische Insel – und gegen 19 Uhr ruft der Muezzin von
der Moschee aus zum Gebet.
Dienstag,
19. April
2011: Khlong Dao Beach
Wir verbringen den
ganzen Tag noch müde von der langen Anreise am Strand.
Die einzige Aktivität
besteht darin, dass wir bei der Vertreterin der „Krabi-Spesialisten“
drei Ausflüge buchen: Eine Inselrundfahrt mit dem Taxi, eine
Vier-Insel-Tour mit dem Boot und einen weiteren Bootsausflug nach
Koh Rok, einer Insel, auf der bis zu zwei Meter lange Warane leben
sollen. Von einem Ausflug nach Koh Phi Phi rät die Reiseleiterin
eher ab. Koh Phi Phi soll sich inzwischen endgültig zum
Ballermann der Andamanensee entwickelt haben.
Von unserem Strand
aus sieht man direkt auf Koh Phi Phi, und von hier aus sieht es
auch noch recht ursprünglich, geradezu unberührt aus.
Gegen 18.30 Uhr
geht die Sonne – allerdings teilweise verdeckt von dunklen
Wolken – direkt über Koh Phi Phi unter.
Mittwoch,
20. April 2011: Saladan – Tauchplätze Koh Haa Lagoon, Koh Haa
Yai, Koh Haa I
Gegen 7.30 Uhr
werde ich mit dem Pick-Up zum Tauchen abgeholt. Die Tauchbasis der
„Lanta Diver“ liegt natürlich in Saladan, wenige Schritte vom
Hafen entfernt, wobei die Hafenstraße hier vor allem eine Straße
der Restaurants, darunter sogar ein skandinavisches, und der
Boutiquen ist. Und die Tauchboote sind – neben einigen
Ausflugsbooten – auch die einzigen, die in diesem Hafen liegen.
Doch so
„modern“ sich Saladan auch geben mag: Etliche Häuser der
Hafenpromenade sind ganz traditionelle, einfache Holzbauten, auf
Stelzen teilweise im Wasser errichtet
Bei unserer
Ausfahrt zum Tauchplatz umfahren wir das Kaw Kwang Cape, den nördlichsten
Zipfel von Koh Lanta Yay, ein Kap, das aus einigen kleinen
Felsinseln besteht, kenntlich gemacht mit einem kleinen Leuchtturm
und buddhistischen Opferkränzen.
Unser erstes
Tauchziel, nach etwa einer Stunde erreicht, ist die Koh Haa
Lagoon,
einer zwischen drei Felsen gelegenen, von Korallen gebildeten
Unterwasserlandschaft. Wir gehen auf eine Tiefe von bis zu 28
Metern, begegnen zunächst zwei Feuerfischen, einigen Barrakudas,
später noch einem Skorpionfisch und schließlich, fast gegen Ende
des Tauchganges, einer großen Muräne. Geradezu auffällig: Die
große Anzahl von Seesternen, auf die man hier stößt.
Unser zweiter
Tauchplatz, ganz in der Nähe, nennt sich Koh Haa
Yai, liegt an
einem großen Felsen, der sich zunächst nicht von anderen
Felsinseln der Andamanensee unterscheidet. Allerdings: Dieser
Felsen ist fast vollständig ausgehöhlt – was man aber erst bei
einem Tauchgang feststellt.
In vielleicht 20
Metern Tiefe liegt an der steilen Felswand der breite Eingang in
die Kammern. Im unteren Bereich tummeln sich ein Drücker- und
einige Falterfische, dann geht es langsam nach oben – und schließlich
taucht man in einer großen, dunklen Kuppel auf, über sich der
Felsen von Koh Haa Yai.
Aus der Höhle zurück
tauchen wir über einem Unterwasser-Plateau, begegnen einem
Trompetenfisch, Drücker und Kugelfischen und schließlich, am
Rand des Riffs, gegen Ende des Tauchganges noch einer Schildkröte.
Koh Haa I ist der
Name unseres dritten Tauchplatzes. In einer Tiefe von 18 Metern
durchqueren wir eine beeindruckende Unterwasserlandschaft am Rande
eines Felsens, eine Unterwasserlandschaft aus Schluchten und auch
einer kleineren Grotte. Eine Seeschlange kreuzt unseren Weg, wir
entdecken in den Nischen des Felsens einige Shrimps, es gibt
einige Kugelfische, schließlich eine Schildkröte, die an den
Korallen äst, dann ein sich langsam in den Fluten bewegendes
Seepferdchen, das ebenfalls an den Korallen zu äsen scheint.
Donnerstag,
21 April 2011: Tauchplätze Koh Bida Nok und Koh Bida Nai und
Saladan
Koh Bida
Nok, mit
17 Metern ein eher flacher Tauchplatz, liegt in unmittelbarer Nähe
der Inseln von Koh Phi Phi wird markiert durch einen Felsen im
Wasser. Auffällig sind hier vor allem die großen Fächerkorallen
– und schließlich die feie Sandfläche in der Mitte. Auf dieser
Sandfläche bekommen wir einen Blaupunktrochen zu sehen, schließlich,
wieder in der Nähe der Korallen, eine große Muräne auf
Wanderschaft, dann einen Barsch, der verärgert nach einem seiner
kleineren Nachbarn schnappt, ihn aber nicht erwischen kann.
Angeblich soll der
Nachbar-Tauchplatz Koh Bida Nai der Ort sein, bei dem man mit
ziemlicher Sicherheit auf Schwarzspitzenriffhaie stößt. Also
halten wir die ganze Zeit über nach den Haien Ausschau, bekommen
aber zunächst nur eine größere Muräne, dann einen prächtige
Schnapper zu Gesicht. Und den Höhepunkt verpassen wir ganz: Die
andere Gruppe von unserem Boot hatte zu der Zeit, als wir
vergeblich auf Haie warteten, eine Begegnung mit einem Walhai.
Aber es gibt ja
noch einen weiteren Tauchgang, der sich allerdings wegen der
inzwischen schlechter gewordenen Sicht auch etwas schwerer anlässt.
Ein Feuerfisch in einer Höhle scheint zunächst die einzige erwähnenswerte
Besonderheit dieses Tauchganges zu bleiben. Dann aber treffen wir
doch noch auf zwei Schwarzspitzenhaie, zwei eher kleine Tiere,
kaum länger als 1,50 Meter, die in einer geraden Linie an der
Riffwand entlang patrouillieren, sich rasch von uns fortbewegen,
dann aber wieder umdrehen, ihren Weg zurück nehmen, ohne uns
dabei aber zu beachten. Allerdings verläuft ihr Weg auch ein
gutes Stück entfernt von unserem Standort.
Am Abend fahren wir
noch einmal mit dem Tuk-Tuk von unserem Hotel am Khlong Dao Beach
nach Saladan, zahlen wir die Hinfahrt zu Dritt 120, für die Rückfahrt
später dann 100 Baht, beides allerdings Preise, die um etliches
zu hoch sind, wie wir später noch erfahren.
Saladan jedenfalls
besteht tatsächlich aus nicht mehr als aus zwei eher kurzen
„Hauptstraßen“, eine, die zum Hafen hinführt, eine, die am
Hafen entlang führt. Die zum Hafen führende Straße ist dabei
vor allem die Geschäftsstraße, die Hafenstraße selbst die
Restaurantstraße – wobei sich beim näheren Hinsehen aber auch
die größeren Restaurants als einfache Bretterbauten erweisen,
die bei einem Unwetter wahrscheinlich einfach weggespült würden.
Freitag,
22. April 2011: Mangrove Nature Trail – Lanta Town – Jee Lee
Village – Sang-Ga-U – Khlong Nin Village – Kantiang Bay
Unsere
Inselrundfahrt mit einem als Kleinlaster für Passagiere
konstruierten Tuk-Tuk beginnt fast pünktlich kurz nach 9.30 Uhr,
führt uns zunächst auf der Küstenstraße Richtung Süden,
vorbei an weiteren Hotels und Restaurants, bis wir schließlich
auf die Straße ins Inselinnere abbiegen.
Der Weg führt,
vorbei an dschungelartigen Gummiplantagen, zu einer
Elefanten-Trekking-Station, die aber nun, gegen Ende der Saison,
keine Gäste mehr anzulocken scheint. Zehn Tiere soll die Station
haben, drei davon, dabei ein Jungtier, sind nun an ihren
Futterstellen neben der Straße. Interessant: Die Dickhäuter
schlagen die Pflanzenstauden erst an ihren Füßen weich, schieben
sie sich dann in den Mund.
Wenige Kilometer
weiter liegt in einer Gummibaumplantage eine weitere
Elefanten-Station. Hier stehen eine Elefantenkuh und ihr acht
Monate altes Baby am Eingang, bereit zur Fütterung durch
vorbeikommende Touristen. 100 Baht kostet die große Holzschale
voller Obst, wobei das Elefantenbaby alles andere als dankbar zu
sein scheint: Als ich mich ihm mit den Früchten nähere, schlägt
er mit dem Rüssel erst auf die Schale, woraufhin das Obst natürlich
in den Sand fällt – und dann bekomme ich noch einen Rüsselschlag
in den Magen. Aber so bedient sich nun die Elefantenmutter von den
auf dem Boden verstreuten Früchten.
An der Nordostküste
von Lanta Yai, gegenüber von Lanta Noi, davon nur durch einen
schmalen Meeresarm getrennt, liegt der Mangrove-Nature-Trail. Am
Eingang zu dem Naturpfad präsentiert sich die Landschaft als ein
Feuchtgebiet, das von schmalen Wasserläufen durchzogen wird,
wobei an manchen Stellen in diesen Wasserläufen ausrangierte
Holzboote langsam vor sich hin verrotten.
Ein Holzsteg führt
am Mangrovenufer vorbei, ein Holzsteg, von dem aus man
die unzähligen Krebse und
Schlammspringer beobachten kann, die sich auf dem Boden
tummeln.
Wir fahren nun auf
der Ostseite der Insel nach Süden, nach Lanta
Town, der Stadt mit
dem Pier für die Personenfähre aus Krabi, das einstige
wirtschaftliche Zentrum Koh Lantas, bevor es durch das
touristischere Saladan abgelöst wurde.
Lanta Town
vermittelt auch viel eher als Saladan den Eindruck einer eher
gediegenen, beschaulichen Kleinstadt. Am Hafen ist ein überdimensionales
Bild des Königs aufgestellt, am Hauptplatz steht in einem
tempelartigen Pavillon eine Statue von König Rama V. Hier, ein
gutes Stück vom Pier entfernt, beginnt dann auch die direkt am
Wasser liegende, aber doch ziemlich kurze Haupt- und Geschäftsstraße
des Ortes.
Die Stadt besteht
aus Holzhäusern, teilweise über das Wasser auf Stelzen gebaut,
aber gründlicher, als dies in Saladan der Fall ist. Und vor
allem: Praktisch vor jedem Haus blühen hier die Blumen, so, als wäre
Lanta Town eine kleine, schmucke Gartenstadt.
Auf dem Weg wieder
Richtung Norden nach Jee Lee Village kommen wir an einem am Straßenrand
stehenden Baum vorbei, an dessen Ästen eine Frucht blüht, deren
Schale voller Baumwollfasern ist. Aber dies ist ein Baum, der hier
wild wächst, trotz seiner nützlichen Frucht nicht
landwirtschaftlich genutzt wird.
Bei Jee Lee Village
haben wir in einem auf einer Anhöhe gelegenen Restaurant unser
Mittagessen. In den Touristen-Karten Koh Lantas wird dieser Ort
als besonderer Aussichtspunkt ausgewiesen – und tatsächlich
schaut man beim Essen über den dichten Wald unterhalb der Anhöhe,
auf das Meer und einige vorgelagerte kleine Inseln.
Nun geht es wieder
an der Ostküste nach Süden – wobei uns auf der Straße ein
Waran begegnet, der gemächlich die Fahrbahn überquert, vor den
Fahrzeugen keine all zu große Angst zu haben scheint.
Unser Ziel ist Sang-Ga-U, das Dorf der so genannten Seezigeuner von Koh Lanta.
Dieses Dorf, neu gebaut nach dem Tsunami von 2004, unterscheidet
sich allerdings kaum von anderen Fischerdörfern Thailands. Die höher
gelegenen Steinhäuser sind das Ergebnis eines
Regierungsprogramms, doch die meisten Einwohner haben davon nicht
profitiert oder profitieren wollen. Sie wohnen in ihren auf
Stelzen stehenden Holzbauten am und über dem Wasser, und zwischen
den einzelnen Gebäuden liegen die einfachen Fischerboote, baden
die Kinder, während auf der Dorfstraße einige Hühner nach
Futter picken.
Weil in Sang-Ga-U
die Straße endet, kehren wir nun wieder nach Norden um, treffen
unterwegs eine kleine Affenhorde, die sich allerdings scheu im Gebüsch
am Straßenrand versteckt hält, von der man mehr hört als sieht,
fahren dann über Khlong Nin Village zurück auf die Westseite der
Insel.
In Khlong Nin
Village ist gerade Markttag. In den Buden an der Straße werden
fast ausschließlich billige Textilien angeboten, an den Marktständen
auf dem Platz gibt es vor allem Obst, Gemüse und Fisch zu kaufen.
Hier sieht man, dass Koh Lanta wirklich eine vorherrschend von
Moslems bewohnte Insel ist. Die Markthändlerinnen tragen allesamt
ein Kopftuch, ebenso wie ihre Kundinnen. Nun, am frühen
Nachmittag, hat sich der Markt allerdings schon weitgehend
geleert.
Noch einmal fahren
wir ein kleines Stück nach Süden, zur Kantiang
Bay. Es gibt hier
ein größeres, recht luxuriös erscheinendes Hotel, allerdings
nicht direkt am Strand, sondern in den Hügeln, die Touristendörfer
erscheinen kleiner und ruhiger als im Norden.
Aber der Strand ist
beinahe noch schöner mit seinen kleinen Buchten und eben nur
wenigen Besuchern.
Auf dem Rückweg
stoppen wir an einer Neubausiedlung: An der Küste sind einige
Ferienhäuser entstanden, kleine Villen mit Swimmingpool, aber die
meisten stehen wohl noch leer, warten auf Käufer. Der Bauboom hat
auch Koh Lanta nicht verschont – und auch die Immobilienkrise
ist an der Insel wohl nicht spurlos vorüber gegangen.
Samstag,
23. April 2011: Tauchplätze Koh Bida Nok, Koh Bida Nai und Bida
Hin
Der erste Tauchgang
des Tages bei Koh Bida Nok beginnt mit einem Ärgernis: Ich habe
vermutlich meine Unterwasserkamera nicht richtig befestigt – und
als ich sie benutzen will, ist sie weg. Außer einer Seeschlange
und einigen Fischschwärmen sehe ich nicht all zu viel, was aber
auch daran liegen kann, dass ich mich natürlich gewaltig ärgere.
Auch der zweite
Tauchgang bei Koh Bida Nai verläuft nicht wirklich spektakulär.
Einige große Fischschwärme bedecken den Korallenboden, es gibt
wieder eine Seeschlange zu sehen, einen Feuer- und einen
Kugelfisch vor einer Höhle.
Bida
Hin, unser
dritter Tauchplatz, bei dem wir auf eine Tiefe von 15 Metern
heruntergehen, ist ein Unterwasser-Plateau mit rötlichen
Korallen, einigen größeren Clownsfischen, Kugelfischen, aber
zumindest heute ohne Haie.
Sonntag,
24. April 2011: Insel-Tour nach Koh Hai, Koh Mook, Koh Kradan und
Koh Ma
Gegen 8.30 Uhr
werden wir mit dem Schnellboot direkt vom Hotelstrand zu unserer
Insel-Tour abgeholt. Das Boot nimmt, immer die Küste Koh Lantas
entlang, Richtung Süden, steuert unser erstes Ziel Koh Hai an.
An einem kleinen
Strand, zwischen den Felsen gelegen, stehen einige kleine Häuser,
doch ansonsten scheint Koh Hai weitgehend dem Dschungel überlassen.
Wir gehen hier auch nicht an Land, unternehmen nur einen
Schnorchelgang an einem Riff voller Kopfkorallen, großen Muscheln
in unterschiedlichen Farben, offensichtlich ein bevorzugter Platz
der Papageienfische.
Bei unserem nächsten
Ziel, Koh Mook, legt das Boot vor einer Felswand an. Hier geht es
nun ins Wasser, dann, immer dem Befestigungsseil folgend,
schwimmend durch eine breite Höhle, die Morakot-Cave. Rund 80
Meter soll die lang sein, wird auch rasch ziemlich dunkel, und
ohne die Taschenlampen der Guides könnte man vermutlich nicht
viel sehen. Dafür hört man aber um so mehr. Vor allem die thailändischen
Ausflügler, die nun am Sonntag zu Dutzenden unterwegs sind,
verhalten sich hier wie in einer Geisterbahn, geben ein ständiges
Gejohle von sich.
Doch am anderen
Ende dieser durchfluteten Höhle wartet wirklich eine Überraschung.
Wir sind in einer Lagune, gänzlich von Felsen umschlossen, mit
einem kleinen versteckten Sandstrand, hinter dem sich gleich ein
kleiner Dschungel anschließt, auch der aber begrenzt durch die
Felsen, ein Ort, der völlig von der Außenwelt abgeschirmt ist,
erreichbar nur durch diese Unterwasserhöhle, und auch das nur am
Vormittag. Denn am Nachmittag kommt die Flut, setzt die Höhle als
auch den kleinen Strand unter gänzlich Wasser. Dann, so sagt
unser Bootsführer, bliebe nur noch der höher gelegene Urwald
trocken.
Und dann kämen
vermutlich auch die Affen zurück, die man sonst bei
anderen Ausflügen hier hören könnte, die heute aber vor den
Besucherscharen geflohen sind.
Das Affengebrüll hören
wir, wenn auch aus der Ferne, aus dem Dschungel von Koh Kradan,
der nächsten Insel, die wir besuchen. Koh Kradan gehört eher zu
den „größeren“ Inseln dieses Teiles der Andamanensee, hat
einen herrlichen weißen Sandstrand, ist offiziell zwar Teil des
Meeresschutzgebietes, es gibt in der Nähe des Strandes auch eine
Station der Ranger – aber vor allem ist Koh Kradan eine
Ausflugsinsel, wo die Ausflügler auch ihr Mittags-Picknick
unternehmen. Und für die Affen mag das ein Grund sein, sich nicht
in der Nähe des Strandes blicken zu lassen.
Eine einsame, halb
zerfallene Hütte auf einem Felsplateau unterhalb der steilen
Klippen ist die einzige sichtbare Hinterlassenschaft von
menschlichen Aufenthalten auf Koh Ma. Soweit wir die Insel zu
Gesicht bekommen, ist es aber auch ein höchst unzugängliches
Eiland, fast überall mit abweisenden, steilen Felsen als Küste.
Zwischen den
Schlingpflanzen an diesen Felsen nisten nun aber hunderte von
Flughunden, auch vom Boot aus gut sichtbar, doch in ihrer sicheren
Höhe praktisch unerreichbar.
Vor der einsamen Hütte
machen wir noch einen Schnorchelgang zwischen den Felsen, fahren
dann wieder zurück an unseren Hotelstrand.
Montag,
25. April 2011: Tauchplätze Koh Bida Nai und Hin Bida
Gleich zu Anfang
unseres Tauchganges bei Koh Bida Nai stoßen wir auf eine
Riesenmuräne, danach zwei Babymuränen.
Dazu begegnen wir noch größeren Schnappern und auch
Thunfischen, schließlich auch einer großen weißen Qualle, die
sich in der Strömung treiben lässt. Schon eher selten schließlich
dieser Anblick: Ein gewaltiger, vielleicht einen Meter langer
Kugelfisch unter einer Koralle.
Unser zweiter
Tauchgang bei hin Bida wird zunächst durch die eher schlechte
Sicht beeinträchtigt.. Aber dann endlich entdecken wir ganz ruhig
im Sand liegend einen schlanken, wohl noch jungen Leopardenhai,
keine zwei Meter lang. Es scheint, als würde das Tier uns
anblinzeln, während wir es beobachten, hebt dann vom Meeresboden
ab, schwimmt davon.
Dienstag,
26. April 2011: Insel-Tour nach Koh Rork
Wie bei unserer
Vier-Insel-Tour am Sonntag werden wir wieder gegen 8.30 Uhr mit
dem Schnellboot direkt vom Hotelstrand abgeholt, fahren nun nach
Koh Rork – wobei diese Inselgruppe mitunter auch als Koh Rok
bezeichnet wird.
Dabei handelt es
sich allerdings um zwei Inseln, um das bis ans Wasser bewaldete
Koh Rork Noi und Koh Rork Nok mit dem breiten Sandstrand, die
Insel, bei der wir an Land gehen.
Zunächst ist aber
ein Schnorchelgang zu den Weich- und Kopfkorallen angesagt, wobei
hier auf denen überall erstaunlich viele Weihnachtsbaumwürmer
wachsen, in rot, blau. Lila und auch anderen Farben vorkommen, wie
ein Strauß bunter Punkte die Kopfkorallen bedecken.
Am Strand,
bewachsen auch mit einigen Gummibäumen von teilweise extremer Größe,
krabbeln kleine Krebse im Sand, schleppen dabei ausgehöhlte
Muscheln mit sich, so wie eine Schnecke ihr Schneckenhaus.
Vor allem ist Koh
Rork aber die Insel der Warane! Vier der Tiere, alle sicherlich
mindestens eineinhalb Meter lang, wobei sie es sogar auf zwei
Meter bringen sollen, haben es sich bei einer Mülldeponie hinter
dem Campingplatz gemütlich gemacht, liegen dort faul im Schatten
der Bäume, schnuppern mitunter nur an den leeren Plastikflaschen.
Die Tiere müssen die Nähe von Menschen gewöhnt sein,
zeigen keine Scheu, aber auch keinerlei Aggressivität gegenüber
den Zweibeinern – wobei es aber wohl doch besser ist, sie nicht
in ihrer Ruhe im Gestrüpp zu stören.
Wie
bei unserer Vier-Insel-Tour am Sonntag werden wir wieder gegen
8.30 Uhr mit dem Schnellboot direkt vom Hotelstrand abgeholt,
fahren nun nach Koh Rork – wobei diese Inselgruppe mitunter auch
als Koh Rok bezeichnet wird.
Dabei
handelt es sich allerdings um zwei Inseln, um das bis ans Wasser
bewaldete Koh Rork Noi und Koh Rork Nok mit dem breiten
Sandstrand, die Insel, bei der wir an Land gehen.
Zunächst
ist aber ein Schnorchelgang zu den Weich- und Kopfkorallen
angesagt, wobei hier auf denen überall erstaunlich viele
Weihnachtsbaumwürmer wachsen, in rot, blau. Lila und auch anderen
Farben vorkommen, wie ein Strauß bunter Punkte die Kopfkorallen
bedecken.
Am
Strand, bewachsen auch mit einigen Gummibäumen von teilweise
extremer Größe, krabbeln
kleine Krebse im Sand, schleppen dabei ausgehöhlte Muscheln mit
sich, so wie eine Schnecke ihr Schneckenhaus.
Vor
allem ist Koh Rork aber die Insel der Warane! Vier der Tiere, alle
sicherlich mindestens eineinhalb Meter lang, wobei sie es sogar
auf zwei Meter bringen sollen, haben es sich bei einer Mülldeponie
hinter dem Campingplatz gemütlich gemacht, liegen dort faul im
Schatten der Bäume, schnuppern mitunter nur an den leeren
Plastikflaschen. Die
Tiere müssen die Nähe von Menschen gewöhnt sein, zeigen keine
Scheu, aber auch keinerlei Aggressivität gegenüber den
Zweibeinern – wobei es aber wohl doch besser ist, sie nicht in
ihrer Ruhe im Gestrüpp zu stören.
Mittwoch,
27. April 2011: Tauchplätze Koh Bida Nok, Koh Bida Nai und Hin
Bida
Zumindest die großen
Muränen kommen an Tauchplätzen in der Andamanensee noch häufig
vor. Dazu begegnen wir während des ersten Tauchganges bei Koh
Bida Nok noch einigen Kugelfischen, entdecken, geschmiegt an einen
Korallenblock, auf den ersten Blick von dem kaum zu unterscheiden,
einen Steinfisch. Ein größerer Schnapperschwarm kreuzt unseren
Weg, schließlich noch ein Trompetenfisch.
Bei unserem zweiten
Tauchgang des Tages bei Koh Bida Nai beobachten wir zwei kleinere
Steinfische,, die sich Kopf an Kopf gegen liegen, dabei ab und an
sich gegen den Kopf stoßen, solange, bis schließlich einer von
ihnen davonschwimmt. Unklar aber, ob das nun Paarungsverhalten
oder ein Revierkampf war...
Bei Hin Bida
bewundere ich zunächst eine extrem große Muschel, bekomme dann
eine Muräne zu Gesicht – und schließlich kommt ein
Leopardenhai angeschwommen, ziemlich dicht an uns vorbei, so, als
nehme er uns gar nicht zur Kenntnis, aber höchst elegant, seine
starke Schwanzflosse kaum bewegend. Kurz darauf entdecken wir
einen weiteren Leoradenhai, der sich in Begleitung eines Putzers
am Boden niedergelassen hat, aber bald, der Beobachtung durch uns
überdrüssig, abhebt, dicht an meinem Kopf vorbeischwimmt und am
Riff verschwindet.
Donnerstag,
28. April 2011: Tauchplätze Koh Haa Lagoon und Koh Haa Yai
Cathedral
Ein letzter
Tauchtag, zunächst mit einem Tauchgang bei Koh Haa Lagoon: Gleich
zu Anfang sehen wir in einer Sandmulde einen Drückerfisch, kurz
darauf zwei winzige Zwergmuränen. Die beiden Winzlinge haben sich
ihre Erdlöcher in unmittelbarer Nachbarschaft gegraben, schauen
nun gleichzeitig aus ihren Schlupflöchern, die Mäuler, gerade
einen Finger hoch über dem Meeresboden, weit aufgerissen, ständig
nach vorbeitreibendem Fressen schnappend, dazu aber jederzeit
bereit, sich bei dem geringsten Anzeichen von Gefahr wieder in
ihre sicheren Erdlöcher zurück zu ziehen.
Es gibt aber auch
wieder große Muränen, Feuerfische, einen Stein- und einen Flötenfisch,
schließlich noch eine Flunder, die kaum vom sandigen Boden zu
unterscheiden ist. Und schließlich stößt man hier auch immer
wieder auf Seegurken in allen Farben, zwei davon eng
aneinanderliegend, wie bei einer Paarung.
Danach gehen wir
noch einmal bei Koh Haa Yai Cathedral 20 Meter in die Tiefe,
begegnen zunächst einem kleineren Barrakudaschwarm, sehen eine
Riesenmuschel, schließlich eine Schildkröte, die, vielleicht
durch das Tauchboot gestört, eilig von der Oberfläche in die
Tiefe abtaucht. Vor einer Höhle liegt ein vielleicht ein Meter
langer Kugelfisch. Diese Höhle erweist als ein „Bau“ mit
mehreren hohen Kammern, und, schaut man oben in die Tiefe, hat man
tatsächlich den Eindruck, von der Galerie einer Kathedrale herab
zu schauen.
Freitag,
29. April
2011: Khlong Dao Beach
Den letzten Tag auf
Koh Lanta verbringen wir überwiegend am Hotelstrand. Der Himmel
ist immer wieder bewölkt, mitunter regnet es auch. Man spürt,
dass sich die Saison ihrem Ende entgegen neigt.
Samstag,
30. April 2011: Bangkok
Der Transfer von
Koh Lanta zum Flughafen Krabi, der Flug nach Bangkok und von dort
dann die Fahrt zum Hotel verlaufen geradezu fahrplanmäßig.
Bangkoker Kontraste
auf dem Weg zum Hotel: Zwischen den Hochhäusern und neu gebauten
Bürobauten sieht man ab und an noch schmale Wasserläufe, Khlongs,
an deren Ufern kleine Blechhütten stehen.
Unser Hotel, das
Royal Benja, liegt am Ende einer kleine Gasse, die zu den
zahllosen Nebengassen der Sukhumvit gehört, keine zehn Gehminuten
von der Skytrain-Station „Nana Place“ entfernt, also in
absolut zentraler Lage.
Der Skytrain würde
zwar ebenfalls direkt dorthin fahren, aber dennoch nehmen wir nun
das Taxi zum Siam- und HBK-Center, da ich auf der Suche nach einer
neuen Unterwasser-Kamera bin. Die beiden Einkaufszentren sind
schon jedes für sich größer als die großen deutschen
Einkaufszentren, doch die darin untergebrachten Geschäfte sind
meistens eher klein, manche auch nicht mehr als „Marktstände“
in den Gängen.
Auf der Straße
findet gerade eine Casting-Show statt: auf einer Bühne treten
verschiedene Bands auf, jede Menge junge Leute stehen an, um sich
in abenteuerlichen Kostümen fotografieren zu lassen -
wohl eine Art „Bankoks next Top-Model“.
Am Abend
unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang. Die Gassen der
Sukhumvit verwandeln sich in das übliche Vergnügungsviertel, auf
der Hauptstraße hat sich ein Nachtmarkt für Billigwaren aller
Art etabliert. Dabei scheint zumindest ein Teil des Viertels um
den Nana Place Bangkoks arabisches oder muslimisches Viertel zu
sein. Man sieht auf den Straßen auch verschleierte Thailänderinnen,
in den Lobbys der umliegenden Hotels zahlreiche Araber – und
auch ein Großteil der Imbiss-Stände bietet arabisches Essen an.
Wir beenden den
Abend in Gulliver’s Traveler’s Tavern, ein gediegen wirkender
Touristentreffpunkt mit Kellnerinnen in Uniform, einem gut dicht
besetzten Außenbereich, dazu weiteren Gasträumen in einem weißen
Gebäuden, das vor einigen Jahrzehnten wohl als Prunkbau anzusehen
war.
Vor dem Restaurant
versuchen die Straßenhändler, mit ihrem Schnickschnack, in sind
wohl gerade leuchtende Spring-Bälle, die Aufmerksamkeit der
Restaurantgäste und Passanten auf sich zu ziehen.
Sonntag,
1. Mai 2011: Bangkok
Wir werden pünktlich
am Vormittag zum Flughafen abgeholt. Der Himmel ist bewölkt, und
es fängt auch wieder an zu regnen. Die Regenzeit hat jetzt wohl
endgültig begonnen.
Online: