Entzug der
Award-Nominierung für Bill Clinton, Tony Blair, Joschka Fischer und
Slobodan Milosovic: Was als spannender Action-Thriller voll herzzerreißender
Human-Touch-Einlagen begann, mutiert in der neunten Belgrader Bombenwoche
bei sinkenden Einschaltquoten zum drittklassigen Aufguß von "Pleiten,
Pech und Pannen", die uns so nicht einmal TV-Fossil Max Schautzer
aufzutischen wagen würde. Also: Punkteabzug wegen klarer Überlänge.
Da kann
nur ein Total-Relaunch der Nato-Strategie Quote, Krieg und Menschenrechte
retten. Das heißt: Condor-Flüge statt Apaches, Spezialeinheiten von
Neckermann, TUI und ITS als Bodentruppen! Denn die haben schon auf Mallorca
gezeigt, wie man zur Unterhaltung des Publikums die Schlachten der Zukunft
gewinnt und dabei die Werte des Abendlandes in jeden Winkel der Erde trägt.
Vor allem
brächte das in der bevorstehenden Fernseh-Sommerflaute die Alternative zur
sonst unvermeidbaren eskalierten Wiederholung der Ballermann-Übertragungen
mit bierfeuchten Brüsten in der ewig gleichen Schinkenstraße:
Zur
Abwechselung gäbe es dann nämlich
Fit-for-Fun-Abenteuer-Klettern in den Schluchten des Balkan mit Yeti-Jäger
Reinhold Messner, Minen-Rallye Belgrad-Pristina, präsentiert von
BILD-Boxen-Luder Katie Price, nun das Kosovo-Friedens-Luder und last not
least das lustige Botschafter-Schießen unter Anleitung kampferprobter
All-Inclusive-Animateure.
So jagt
man Umsatz und Zuschauerzahlen wieder nach oben, verwandelt man selbst den
fanatischsten Serben-Krieger zum Trinkgeld heimsenden Oberkellner.
Darum
fordert der Neuköllner Provokateur: Nato-Amateur-Piloten zurück an den
Flugsimulator, deutsche Massentouristen an die Front!
Ins
Netz gestellt: 22.5.1999
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