Eine Streitschrift des Neuköllner Provokateurs - warum Bestechlichkeit zum politischen Geschäft dazu gehören muss...

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Rent a Party! Die große Show der Partei-Spenden

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Eine Streitschrift des Neuköllner Provokateurs

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Ein schmollender Ehrenmann vom Berge, ein griesgrämiger Rollstuhlfahrer und ein beleidigter Vielflieger - Deutschlands Politiker stehen in des Kaisers neuen Kleidern und machen Betroffenheitsgesichter, nur, weil sie erwischt wurden. Als  wäre sich doch zumindest der intelligentere Teil des Publikums nicht immer im Klaren gewesen: Auch im Mantel der Geschichte läßt es sich nicht allein von ideellen Gunstbeweisen leben.

Trotz vorübergehend erträglicher Quoten: Hier ist ein Thema verschenkt! Denn was den Stoff für eine daily Sitcom abgegeben hätte, verkommt zur klassischen Dramen-Triologie mit Sierge-Leone-Hintergrundmusik.

Dabei wusste doch schon der Theaterbesucher der Französischen Revolution: Die Alternative zur menschlichen Bestechlichkeit heißt Guillotine. Und die ist der natürliche Feind jeder gnadenlosen Endlos-Serie.

Darum fordert der Neuköllner Provokateur im Namen von Demokratie und Menschenrecht auf erstklassiges TV-Entertainement: Legt den Sumpf der Korruption trocken, bestecht öffentlich. Interessierte Firmen: Rent a Party!

Wir wollen Life-Übertragungen von CocaCola-gesponserten Parteitagen, in den Pausen zwischen den Star-Rednern GoGo-Girls, anmoderiert von einer tiefschürfenden Peep-Naddel; wir wollen das von der Telekom präsentierte Millionen-Quiz mit Schäuble, Westerwelle, Eichel und Fischer als Kandidaten; wir wollen Jürgen Trittin und Angela Merkel getrennt sehen nur durch die Herzblatt-Wand.

Denn wahrhaft unbestechlich ist nur die Politik, die sich zu ihrer heiligsten Aufgabe bekennt: Die Deutsche Bank wünscht beste Unterhaltung!

Ins Netz gestellt: 2. Februar 2000

 

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